Halbwellen- und PCM-Ansteuerung

Die Versorgung von Elektrohängebahnen erfolgt überwiegend über Schleifkontakte, wobei in der Regel 4 Schienen für die drei Phasen des Speisenetzes und den Erdkontakt reserviert sind. Abhängig von der Anzahl der Befehle für das mobile Fahrzeug sind weitere Schienen für Befehlsübertragung und Meldungen erforderlich. Dies gilt selbst in Zeiten moderner Funk- und WLAN-Netze, deren Einsatz in einigen Industriezweigen und Produktionsstätten sehr restriktiv genehmigt wird.

LJU hat von Anfang an auf eine minimal notwendige Anzahl von Schienen gesetzt: Eine Steuerschiene und eine Meldeschiene, jeweils mit Bezug auf eine Netzphase. Dabei werden unterschiedliche Signale im einfachsten Fall über positive oder negative Halbwelle unterschieden. Werden mehr als nur drei Signale benötigt, wird das PCM-System von LJU benutzt, welches die Übertragung von bis zu 191 verschiedenen Befehlen über eine Steuerschiene ermöglicht.

Halb- und Vollwellensteuerung

Bei der Halbwellen-Ansteuerung werden der Fahrwagensteuerung durch Halb- und Vollwellen über eine Steuerschiene Befehle von der Anlagensteuerung vorgegeben.

  • Fahren mit mehreren Geschwindigkeiten
  • Bremse lüften z.B. für mechanische Justierung des Fahrwagens an Beladestellen
  • Stopp über Bremsrampe auf einen Auffahrinitiator
  • zusätzliche Geschwindigkeit über Magnetrastschalter

Der Fahrwagen führt die von der SPS vorgegebenen Aktionen (Steuerbefehle) aus und fährt mit den parametrierten Geschwindigkeiten V1, V2 (je nach anliegendem Steuerbefehl) bzw. lüftet die Bremse bei Bedarf. Zusätzlich wird über einen Magnetrastschalter (von der Steuerung ausgewertet) bei Betätigung die Geschwindigkeit auf eine weitere parametrierte Geschwindigkeit V3 in der Steuerung umgeschaltet, obwohl die SPS eine andere Geschwindigkeit vorgibt. Wird der Schalter zurückgesetzt, fährt der Fahrwagen wieder mit der vorgegebenen Geschwindigkeit. Als Auffahrschutz dient ein parametrierbarer Auffahrinitiator, der einen Stopp über die Bremsrampe gewährleistet.

PCM-Ansteuerung
PCM = Puls Code Modulation
Eine Erweiterung der Halbwellenansteuerung stellt das PCM-Befehlssystem dar. Es wurde 1990 von LJU entwickelt, als die wenigen über Halbwellen übetragbaren Signale für anspruchsvollere Aufgaben nicht mehr ausreichten und ermöglicht die Übertragung einer großen Anzahl Befehle über nur eine Steuerschiene.
 
Dabei kommt eine Codierung zum Einsatz, bei der die Befehle als Kombination von Netzspannungshalbwellen netzsynchron übertragen werden. Im PCM-Befehlsystem werden über die LJU-PCM-Systemhardware, die an die übergeordnete Anlagensteuerung angeschlossen ist, bis zu 191 verschiedene Halbwellenmuster als Befehl über eine Steuerschiene an die Fahrwagensteuerung übertragen.
 
Einige Steuerbefehle sind in der Steuerungssoftware bereits vordefiniert (siehe nebenstehende Abbildung), können jedoch jederzeit kundenspezifisch angepasst und geändert werden. Meldungen werden von den Fahrwagen als Halb- und Vollwellen über die Meldeschiene übertragen und können auf Anforderung ebenfalls kundenspezifisch angepasst werden (z.B. Fertigmeldungen für verschiedene Bewegungssequenzen). Zum Vergrößern der Grafik bitte anklicken.

Die auf dieser Seite dargestellten Systeme bewähren sich seit mehr als zwei Jahrzehnten in EHB-Anlagen. Ungeachtet der Tatsache, dass Buskommunikation für komplexe Aufgaben zunehmend bevorzugt wird, werden trotzdem auch gegenwärtig zahlreiche Neuanlagen mit dieser Technik ausgerüstet, da sie durch Interface-Module für alle gängigen Feldbusse sehr flexibel und zuverlässig einsetzbar ist.

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